Tobias Sammelsurium der Woche #13/2025
Der heutige 29. März ist der achtundachtzigste Tag des Jahres und somit der Tag des Instruments, das mit 88 Tasten die Welt verschönert. Richtig, heute ist der Welttag des Klaviers.
Den Tonleiter-Klassiker Alle meine Entchen können wohl die meisten Menschen hierzulande spielen. Auch die legendären Anfänge von Beethovens Für Elise bekommen viele noch geklimpert.
Billy Joel hat mit Piano Man, dem Instrument und dem Musiker, der ohne es keiner wäre, eine Hommage geschrieben. Jazz in allen Variationen wäre ohne das Klavier nicht denkbar und Elton John oder Udo Jürgens wären ohne die weißen und schwarzen Tasten nicht zu dem Ruhm gekommen, den sie hatten und haben.
In der Champions League spielen Chopins Klavierkonzert Nr. 1 oder auch Johann Sebastian Bachs Goldberg Variationen.
Ob Kindergarten, Kirche oder Konzertsaal – ob Kinderlied, Gassenhauer oder Sonate – ein Leben ohne Klaviermusik ist praktisch nicht vorstellbar.
Die Sonne scheint, der Samstag lacht, gebührender kann man den Piano Day doch gar nicht feiern und das weltweite Programm, mit vielen Veranstaltungen auch in Deutschland, ist ein guter Anlass entweder mal wieder selbst zu spielen oder sich guter Tastenmusik zuhörend hinzugeben. Heißt es nicht »Piano music each day keeps the doctor away«? Nein? Sollte es aber.
Dir ein musikalisches Wochenende!
T.
P.S. Wer sich sagt »Klavier spielen, schön und gut, aber ich hab' genug Rechnungen zu zahlen und hungrige Münder zu stopfen, da komm’ ich nicht zum musizieren«, dem empfehle ich für die kommende Woche den Powersong »Bills« von Lunchmoney Lewis für den Arbeitsweg. Hat mir diese Woche sehr versüßt. Selbstverständlich mit starkem Piano-Riff.
Post der Woche

Fünf fürs Wochenende
Adolescence
Auf Netflix steht aktuell die vierteilige Miniserie »Adolescence« permanent auf Platz 1. Die Geschichte ist schnell erzählt. Der 13-jährige Jamie wird des Mordes an einer Mitschülerin beschuldigt. Was sich dann entspinnt, ist der schlimmste Albtraum aller Eltern. Die Hintergründe der Tat sollten alle Eltern schon oder bald pubertierender Kinder aufhorchen lassen. Vielleicht ist es sogar eine gute Idee, die Serie im zweiten Durchgang mit dem Nachwuchs zu schauen. Neben der schauspielerisch und inhaltlich dichten Handlung ist auch die Aufnahmetechnik außergewöhnlich. Alle Folgen wurden ohne Schnitte in einem Single-Shot gedreht. Wie das funktioniert hat, zeigt ein beeindruckendes Making of.
» Nichts für schwache Nerven
Die Welt in Karten
Wir Menschen sind ja schon lustig. Nehmen einen Planeten in Beschlag, malen irgendwo Linien hin, nennen sie Grenzen und meinen damit das Eine von dem Anderen trennen zu können. Das ist natürlich ein bisschen putzig, schließlich interessiert das weder Flora noch Fauna was wir uns da ausgedacht haben. Nun gut, für uns können wir die Welt ja so sehen und das, was sich daraus für die Menschheit ergibt, visualisiert »The World in Maps« aufschlussreich und humorvoll auf Instagram.
» Welche Länder haben weniger Einwohner als Istanbul?
Ach, guck Mal
Eric Kogan ist Fotograf und lebt in New York. Die Stadt ist sein permanentes Sujet, allerdings nicht mit den üblichen, eher touristischen, Motiven, sondern mit dem Unerwarteten, dem Abstrusen und dem Zufälligen im Alltag. Jedes Bild ist eine kleine Geschichte, die sich manchmal erst auf den zweiten Blick erschließt.
» It's up to you, New York, New York!
That’s Utopia
Ist es Kunst, wenn jemand ein satirisches Video mit Hilfe von KI generiert? »That's Utopia« ist diese Woche auf YouTube veröffentlicht worden und bei allem Ruckeln im Rendering ist es ebenso absurd wie brutal. Frank Sinatra's »That's Life« drunter zu legen, ist die Kirsche auf der Sahne dieses bitterbösen Blicks auf die aktuelle Weltpolitik. Ich sage: Ja, das ist Kunst.
» Am I crazy, or was that a planet full of idiots?
Lichtmützen
Alona Rodeh ist Künstlerin und lebt in Berlin. In ihrem Kiez im Wedding stehen viele Straßenlaternen aus den 1970er Jahren, die mit ihrer Kugelform das Licht in alle Richtungen abstrahlen. Während die Erhellung der Gehwege erwünscht ist, ist das nach oben abgestrahlte Licht Teil des Helligkeitssmogs, den Städte nachts bilden. Alona hatte eine Idee und hat den Laternen Mützen aufgesetzt. Sie dämpfen nachts das nicht gebrauchte Licht und sehen tagsüber äußerst fashionable aus.
» Berlin Tag und Nacht
Damals geschrieben
#12/2024: Die Sittenstrenge. Der Frühling.
#13/2023: Die Exzentrik. Das Churchillen.
Gedanke der Woche
»Für Ihre Gedanken sind ausschließlich Sie selbst verantwortlich, niemand sonst. Ihr unverschämter Vorgesetzter, Ihre bösartige Tante können Sie gar nicht quälen. Die sagen dummes Zeug und tun gemeine Dinge, ja. Aber es ist Ihre eigene Reaktion, die Sie quält. Sobald Sie verstehen, dass nur Sie selbst für sich verantwortlich sind, wird alles langsam besser.«
Ferdinand von Schirach
Bild der Woche

Frage der Woche
Bist du glücklicher über das, was du geworden bist, oder über das, was du nicht geworden bist?
Die geheime Durchhaltsache
Der Versuch 2025, statt eines großen Vorsatzes, eine kleine Sache jeden Tag zu machen.
Diese Woche: 1/7 | Insgesamt: 45/86 | Stimmung 🤐
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