Tobias Sammelsurium der Woche #12/2025
Aus dem Englischen ist ein Begriff in die Popkultur eingewandert, der die unerwartete Befriedigung hinter manchen Tätigkeit beschreibt. Das Zerdrücken der Blasen in einer Luftpolsterfolie, das Knacken wenn man auf die dünne Eisschicht einer Pfütze tritt oder der erste Schritt in eine unberührte Schneefläche, all das ist oddly satisfying – seltsam befriedigend.
Oddly satisfying ist auch das Ploppen einer Bügelflasche, wenn man sie zum ersten mal öffnet. Eine Brauerei aus Flensburg hat ihr ganzes Marketing um diesen Plopp herum aufgebaut. Doch was ist es eigentlich, dass dieses Geräusch so lustvoll macht?
Forschenden aus Göttingen hat das keine Ruhe gelassen. Also haben sie sich mit selbstgebrautem Ingwerbier auf die Suche gemacht und herausgefunden, dass der Flaschenhals beim Ploppen mit einer Frequenz von 800 Hertz schwingt und der Plopp bis zu 180 Dezibel laut wird – zum Vergleich ein Presslufthammer in fünf Metern Abstand bringt es gerade mal auf 100 db.
Nach dem Plopp der Flasche kommt es ja zum Genuss eines kohlensäurehaltigen Getränks. Das wiederum kann dazu führen, dass die überschüssige Luft auf dem gleichen Weg den Körper wieder verlassen muss, wie sie hineingekommen ist. Efflation nennen das die Mediziner.
Kimberly Winter aus Virginia hält den Weltrekord für den »Women's Loudest Burp« mit beeindruckenden 107,3 Dezibel. Der dauert länger als ein Plopp ploppt, aber kürzer als ein Presslufthammer hämmert. Für Kimberly ist die Entlastung sicherlich oddly satisfying, für ihr Umfeld gegebenenfalls not so much. Aber: Rekord ist Rekord.
Der Plopp ist eine akustisch monströse Sache, aber im Gegensatz zum Kollegen von der Baustelle und zum Monster-Rülps, für gerade mal 70 Millisekunden. Vielleicht liegt der Wert der Studie daher gar nicht nur im direkten Forschungsergebnis, sondern in der Erkenntnis, dass richtig gute Dinge auf gar keinen Fall zu lange dauern dürfen.
Dir ein oddly satisfying Wochenende!
T.
Post der Woche

Fünf fürs Wochenende
Ein Funke Hoffnung
Über die Hoffnung wird seit einiger Zeit wieder vermehrt nachgedacht und gesprochen. Ist Hoffnung das Einzige, was bleibt in postfaktischen Zeit? Oder ist die Hoffnung ein bräsig-machendes Ablenkungsvehikel um die Probleme der Welt nicht selbst anpacken zu müssen? Das Schweizer Online-Magazin hat einen klugen Artikel dazu veröffentlicht, der Hoffnung macht, wenn man anpacken will.
» Die Klarheit zu sehen, wofür es sich zu kämpfen lohnt
things.in/{Stadt}
Diese Seite könnte ein hilfreicher kleiner Begleiter vor oder auf Reisen sein. Sie trägt die nach Anzahl und Sternen bestbewertesten Ausflugsziele einer Stadt zusammen und das weltweit. Führt das zu kleinen Hinterhofentdeckungen und versteckten Geheimplätzen? Garantiert nicht. Aber für einen schnellen Überblick ist es hilfreich. Einfach mal an Hand der eigenen Stadt ausprobieren.
» Nobody goes there anymore. It's too crowded.
Das allererste Video
Ein Leben ohne YouTube ist heute für die meisten Menschen nicht mehr vorstellbar. Es gibt einfach nichts, was man dort nicht findet. Heute sollen es weit mehr als 10 Milliarden Filme sein, die dort veröffentlicht worden sind. Doch der Anfang war, wie bei allem, äußerst bescheiden. Das allererste YouTube Video wurde am 24.04.2005 hochgeladen, dauert flüchtige 19 Sekunden und trägt den schnöden Titel »Me at the Zoo«. Mittlerweile wurde es 325 Millionen Mal aufgerufen, hat über 10 Millionen Kommentare und 17 Millionen Likes.
» Es gibt nichts zu sehen (außer Internetgeschichte)
Auf dem Zeitstrahl der Geschichte
Kinder und Männer sind prädestiniert, Dinge nicht zu finden. Diskussionen über Dinge, die im Kühlschrank sein müssten, es aber scheinbar nicht sind, kommen wahrscheinlich in den meisten Familien regelmäßig vor. Woran das liegt, ist an dieser Stelle nicht zu ergründen, aber es zeigt, dass manche Information visuell so aufbereitet sein muss, dass sie schnell erfassbar wird. Hier kommt Wiki Timeline ins Spiel. Diese Seite macht aus jedem Wikipedia-Eintrag einen verständlichen Zeitstrahl. Man kann sogar mehrere Artikel miteinander in einem Zeitstrahl miteinander kombinieren. So ist mir klar geworden, dass Winston Churchill ein ganzes Stück älter war als Adolf Hitler. Die Butter im Kühlschrank finde ich trotzdem manchmal nicht.
» Sehen heißt verstehen
Müll
Craig Mod ist Amerikaner und lebt schon lange in Japan. Bekannt geworden ist er mit seinen langen Wanderungen durch das Land der aufgehenden Sonne, über die er einzigartige Fotobücher produziert hat. In diesem Artikel beschreibt er den japanischen Umgang mit Müll, wie er unterwegs entstehen kann. Der Umgang mit To-Go-Bechern und Snackpapierchen ist jedenfalls ein anderer, wenn es nur sehr wenige oder gar keine öffentlichen Mülleimer gibt. Mehr wilde Hinterlassenschaften gibt es dadurch jedenfalls nicht…
» Vielleicht sind wir und nicht der Müll das Problem?
Damals geschrieben
#12/2024: Das Glück. Die Stiftung Warentest.
#12/2023: Die Finnen. Das gemerkte Glück.
Gedanke der Woche
»Verlieb dich in dich selbst, ins Leben — dann in wen du willst«
Frida Kahlo
Bild der Woche

Frage der Woche
Ist es denkbar, dass der Himmel ein Loch hat?
Die geheime Durchhaltsache
Der Versuch 2025, statt eines großen Vorsatzes, eine kleine Sache jeden Tag zu machen.
Diese Woche: 3/7 | Insgesamt: 44/79 | Stimmung 🐿️
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